Abschiedsgottesdienst in der Auferstehungskirche

Oberkassel/Lörick (evdus). Mehr als 36 Jahre ist Michael Rischer Pastor und Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel. Bis zur Schließung der Philippus-Kirche in Lörick 2019 war seine Wirkungsstätte zum größeren Teil in der modernen, von Hanns Junghans entworfenen Kirche an der Hansaallee, die dem Grundriss eines Schiffes entspricht.

Jetzt geht der 64-Jährige in den Ruhestand. In einem festlichen Gottesdienst in der Auferstehungskirche am Sonntag, 28. August, wurde Michael Rischer von Superintendent Heinrich Fucks von seinen pfarramtlichen Aufgaben entpflichtet und durch die Gemeinde verabschiedet.

Generationsübergreifendes Gemeindeleben

„Als Gemeindepfarrer ist mein Ziel, den Menschen die Frohe Botschaft nahezubringen, ihnen Vertrauen in Gott mitzugeben und ihnen seelsorglich nah zu sein“, sagt Rischer. Wichtig war ihm die generationsübergreifende Einbindung von Alt und Jung in das Gemeindeleben. Kräftig unterstützt hat ihn seine Ehefrau Eva-Maria als Pfarrfrau dabei. Viele erinnern sich gern an die großen Trödelmärkte in und um die Philippus-Kirche zurück, die Volksfestcharakter hatten und zugleich der Finanzierung der Gemeindearbeit dienten. Auch die Fahrten zu den Kirchentagen und regelmäßig zur Partnergemeinde nach Brandenburg standen für ein gelingendes Miteinander. Auf Impulse aus der Gemeindearbeit konnte sich der beliebte Gospelchor Coloured Voices gründen sowie der Posaunenchor wiederbelebt werden. An Heiligabend gehört das Spiel von Weihnachtsliedern des Posaunenchores hoch oben auf dem Turm der Auferstehungskirche jahrelang zum festen Programm der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel. Von 1995 bis 2003 engagierte sich Rischer auch auf Kirchenkreisebene im Leitungsteam des damaligen Kirchenkreises Düsseldorf-Nord.

Für Michael Rischer hat die Öffnung in den Stadtteil hinein große Bedeutung. So pflegte er gute Beziehungen zu der katholischen Nachbargemeinde St. Antonius und Benediktus sowie zu den Schützen in Lörick und Niederkassel ebenso zur Tonnengarde Niederkassel.

Wie lässt sich der Glaube heute vermitteln?

Rischer treibt die Frage um: „Wie vermittele ich meinen Glauben heute?“ Dazu ist ihm wichtig, Gesprächsmöglichkeiten der Gemeindeglieder in speziellen Veranstaltungen, zum Beispiel in Form der Liturgischen Nacht oder ökumenischen Gesprächsforen und Bibelkreisen, zu ermöglichen.

Auch geht es ihm darum, die Kasualien – das sind Gottesdienste zu wichtigen Stationen im Leben wie Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung – zu stärken und zu Kindergarten,- und Schulgottesdiensten zum Jahresanfang und am Jahresende einzuladen.

„Wie schon seit langem mit Japanern und anderen gesellschaftlichen Gruppen linksrheinisch praktiziert, wird die Vernetzung im Umfeld der Gemeinde, das Wahrnehmen und aufeinander Hören immer wichtiger, zum Beispiel auch der Kontakt zu den Muslimen oder zur Flüchtlingsunterkunft an der Oberlöricker Straße. Ich freue mich, dass die sozialdiakonische Arbeit durch die Quartiermanagerin Nicola Johann in Lörick und Umgebung fortgesetzt wird“, sagt Rischer.

Sein Ruhestand beginnt mit einem Neuanfang. Michael Rischer verlässt Düsseldorf und zieht mit seiner Frau in ihr Elternhaus nach Lahnstein.

Ulrike Karpa

 

2022-08-29T09:06:13+02:0023. August 2022|