Hilfe für trauernde Kinder

Düsseldorf (evdus). Eine Mutter kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Ein Vater begeht Suizid. Eine Schwester stirbt nach schwerer Krankheit. Und zurück bleiben Kinder, die um ein Elternteil oder ein Geschwisterkind trauern. In solchen Fällen informiert meist der Notarzt die Notfallseelsorge Düsseldorf.

Als erstes Trostpflaster haben Notfallseelsorger Olaf Schaper und sein Team bei ihren Einsätzen für die Kinder einen kleinen Teddybären namens „Luca“ im Gepäck. Seit 2017 hat die Notfallseelsorge Düsseldorf in Kooperation mit der Düsseldorfer Feuerwehr das Luca-Bären-Projekt ins Leben gerufen, ein Angebot für trauernde Kinder von fünf bis 13 Jahren.

„Wir helfen Kindern, das Erlebte zu verarbeiten und organisieren schöne Aktivitäten, damit sie in der Schwere ihres jungen Lebens auch Heiterkeit erfahren. Nach der Akutbetreuung der Kinder kümmern wir uns mit dem Luca-Bären-Projekt um die Nachsorge“, sagt Olaf Schaper.

Gastronom spendet für die „Luca-Bären“

Jetzt hat die Notfallseelsorge Düsseldorf für das Projekt „Luca-Bären“ eine Spende über 12.500 Euro durch den Gastronomen Tim Blumhoff der Weinbar „Herr Noil“ entgegengenommen.

Über 80 Gäste sind der Einladung Blumhoffs zu einer Spendengala im Oktober dieses Jahres gefolgt. Neben dem Spendenerlös aus dem Eintrittsgeld von je 50 Euro pro Person flossen die Einnahmen aus einer Versteigerung in das Luca-Bären-Projekt. Die Gäste erhielten Speisen und Getränke und ersteigerten zum Beispiel ein Trikot von Eintracht Frankfurt.

Gefreut hat die ehrenamtliche Notfallseelsorgerin und ausgebildete Trauerbegleiterin Birgit Mahlke, dass viele der Anwesenden für die Trauerbegleitung der Kinder des Luca-Bären-Teams Interesse zeigten. Sie lädt einmal im Monat betroffene Kinder in die Räume der Evangelischen Kirchengemeinde Gerresheim zu einer Erinnerungswerkstatt ein, bei der die Kinder kleine „Schatzkästchen“ mit den Namen des verstorbenen Elternteils oder Geschwisterkindes gestalten. Hinein kommt zum Beispiel ein Foto oder ein Duft, ein Gegenstand, der an den Verstorbenen erinnert.

Was geschieht mit der Spende?

Im Augenblick gehören der Luca-Bären-Gruppe 16 Kinder an. Im November wurden sie von „Story Duo“ – den Graffiti-Künstlern Jan und Marcel – besucht. Die Kinder erhielten einen eigenen Schriftzug für ihre Luca-Baren-Gruppe. Der Graffiti-Workshop wird im neuen Jahr fortgesetzt. Geplant ist außerdem ein Besuch bei einem Falkner, eine Planwagenfahrt und ein Ausflug in einen Naturpark mit den Fahrzeugen der Düsseldorfer Feuerwehr. Verwendet werden die Spenden auch für den regelmäßigen Imbiss bei den Treffen mit den Kindern, für Bastelmaterial, Spiele und Bücher.

Kooperation der Notfallseelsorge und der Feuerwehr

Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth, verantwortlich für das Handlungsfeld Seelsorge im Kirchenkreis Düsseldorf, freut sich über die gelungene Kooperation der Feuerwehr in der Landeshauptstadt mit der Notfallseelsorge. „Wir brauchen Kooperationspartner, um solche Projekte wie das der ‚Luca-Bären‘ durchführen zu können“.

Michael Pehl, Hauptbrandmeister der Düsseldorfer Feuerwehr und Notfallseelsorger, erinnert sich an den Anfang des Projekts 2017: „Wir trafen uns anfangs mit den Kindern in der Turnhalle der Feuerwache in Flingern, sie fühlten sich sehr wohl bei uns und konnten die Rutschstange hinabrutschen. Bis zur Corona-Pandemie gab es regelmäßige Treffen bei der Feuerwehr mit gemeinsamen Erlebnissen und selbstgebackener Pizza, die wir mit den Kindern und Angehörigen im großen Kreis gegessen haben.“

Heute hat die Notfallseelsorge Düsseldorf sowohl für die Treffen der Luca-Bären-Gruppe, die Gruppe „Echo“ für verwaiste Eltern sowie für die After Work-Gottesdienste für Mitarbeitende von Feuerwehr und Polizei ein neues Domizil gefunden: Die Gustav-Adolf-Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Gerresheim.

Autorin: Ulrike Karpa

2022-01-04T16:22:59+01:0020. Dezember 2021|