Theaterkollektiv Pièrre.Vers wieder zu Gast in der Bergerkirche in der Altstadt

Altstadt (evdus). Mit dem Theaterstück „IM PROCESS – Ein performativer Akt zu Majdanek III“ erinnerte das Theaterkollektiv Pièrre.Vers im letzten Jahr an die Urteilsverkündung im Düsseldorfer Majdanek-Prozess vor 40 Jahren in der evangelischen Bergerkirche in der Altstadt, Berger Straße 18b. Das Verfahren gilt als eines der längsten und spektakulärsten der deutschen Rechtsgeschichte.

Jetzt ist das Stück noch einmal zu sehen von Dienstag, 18. Januar, bis Freitag, 21. Januar, und von Montag, 24. Januar bis Donnerstag, 27. Januar, täglich um 18.30 Uhr in der Bergerkirche.

Ehemalige SS-Angehörige und Wachleute des Konzentrationslagers Majdanek bei Lublin waren angeklagt – wegen Mordes und Beihilfe zum Mord in zehntausenden Fällen. Überlebende aus der ganzen Welt kamen als Zeug:innen nach Düsseldorf, um hier über ihre schrecklichen Erlebnisse in Majdanek zu sprechen. Die ersten Freisprüche und dann recht milde Urteile sorgten für weltweite Empörung und für handfeste Proteste vor dem Gerichtsportal.

Für die Zeitreise in das Jahr 1975, Beginn des Prozesses, wird die Bergerkirche in der Düsseldorfer Altstadt in den Saal 111 des Düsseldorfer Landgerichts verwandelt. Das Ensemble von Pièrre.Vers lässt den Prozess am Beispiel von vier Hauptangeklagten und zahlreichen Zeugen noch einmal lebendig werden. Die Anklage: Beteiligung am 250.000-fachen Mord im Zeitraum von Herbst 1942 bis Sommer 1944.

Kaum auf den Rängen Platz genommen, nehmen die Menschen im Publikum auch schon die Position von Prozessbeobachtern ein. Durch die Szenen führt sie der 17-jährige Schüler Gerrit Niehaus (Pablo Vuletić) – einer der Düsseldorfer Jugendlichen, die vom vorsitzenden Richter Günter Bogen in den Gerichtssaal eingeladen wurden. Die Zuschauer:innen verfolgen den Auftakt, verschiedene Verhandlungstage und das Urteil von „Majdanek III“. Sie bekommen einen lebhaften Eindruck von der emotional aufgeladenen Atmosphäre, die während des längsten und spektakulärsten Prozesses der deutschen Justizgeschichte vorherrscht.

Immer wieder kommt es zu Eklats, Provokationen und Unterbrechungen. Traumatisierte Überlebende, die als Zeugen aus der ganzen Welt nach Düsseldorf eingeladen wurden, sind im Gerichtssaal den Pöbeleien von rücksichtslosen Verteidigern ausgesetzt. Dem Ensemble des Theaterkollektivs Pièrre.Vers um Regisseur Christof Seeger-Zurmühlen gelingt es mit „Im Process“, dem Erinnern eine Bühne und den Opfern hinter Majdanek eine Stimme zu geben.

„IM PROCESS – Ein performativer Akt zu Majdanek III“  ist eine Produktion des Theaterkollektivs  Pièrre.Vers  in Koproduktion mit dem asphalt Festival und dem düsseldorf festival und zahlreichen Kooperationspartnern  und Förderern darunter die Jüdische Gemeinde, die Mahn-und Gedenkstätte Düsseldorf sowie der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf.

Der Eintritt beträgt 23 Euro, ermäßigt 17 Euro. Informationen gibt es unter asphalt-festival.de und Karten sind erhältlich über die Tickethotline 0211.695 450 33.

2022-01-10T15:26:55+01:0022. Oktober 2021|