Düsseldorf (evdus). „Die Zeit scheint reif zu sein, Gewohntes zu verlassen und Neues zu wagen“, sagt Superintendent Heinrich Fucks zum Auftakt der Kreissynode 2022 im Hinblick auf sinkende Kirchenmitgliedszahlen und knapper werdende Finanzen im Kirchenkreis Düsseldorf. So stellte die Synode das Thema „zukunft kirche 2.0: Auf dem Weg zu einer Gemeinde“ in den Mittelpunkt ihrer Tagung, die am 11. November per Videokonferenz und am 12. November in präsentischer Form im Gemeindezentrum der Derendorfer Kreuzkirche stattfand.

Hier lesen sie den Bericht des Superintendent, der ebenfalls, gesprochen von Superintendent Heinrich Fucks, hier als Audiodatei zu Verfügung steht.

Weichen stellen für eine Großgemeinde Düsseldorf

Um eine Vision für die Zukunft zu entwickeln, wurden die Synodalen gebeten, in einem Workshop ihre Ideen einzubringen, wie eine große Kirchengemeinde im Jahr 2035 in der Landeshauptstadt Düsseldorf aussehen könnte. Grundlage dafür ist das auf der Frühjahrssynode definierte „Zielbilds evangelisch in Düsseldorf 2035“.

Zwar bestehe laut Superintendnet Heinrich Fucks noch nicht die kirchenrechtliche Grundlage für das Vorhaben des Kirchenkreises, umso wichtiger sei es daher, schon jetzt den einen visionären Blick in die Zukunft wagen: „Mit dem Ausdruck ‚eine Gemeinde‘ wird die Überlegung zu einer Großgemeinde Düsseldorf verstanden, die einem Kirchenkreis gleichgestellt ist. Das Vorhaben soll mit erhaltender Lokalität funktionieren, ortsnah, urban und in persönlichen Bindungen.“, so Fucks.  Der Prozess „zukunft Kirche 2.0“ stelle die Weichen für eine Gemeindeform, die es so noch nicht gibt und für Deutschland einzigartig sei.

Der Prozess, in eine offene Zukunft und in einem offenen Verfahren, bis 2035 zu einer Gesamtgemeinde für Düsseldorf  zu gelangen , beginnt mit sogenannten Pilotprojekten, die erste Etappenziele definieren. Zukünftige Kooperationen sollen dadurch ausprobiert und Erfahrungsfelder geteilt werden. Die Schweiz hat beispielsweise in der Stadt Zürich eine einzige große Gemeinde geschaffen.

Workshop „Auf dem Weg zu einer Gemeinde“

Mit einer meditativen Reise in die Zukunft warfen die Synodenmitglieder einen visionären Blick ins Jahr 2035 und hielten ihre Eindrücke und Bilder zur zukünftige Kirchenlandschaft schriftlich fest. Anschließend ging es um den Austausch zu Chancen, Ressourcen aber auch Bedrohungen und Hindernisse auf dem Weg zu einer Gemeinde. Exemplarisch für den Zukunftsprozess fanden sich die Anwesenden in Mini-Pilotrojekten zu den Themen „Konfirmandenarbeit“, „Kommunikation“, „Nachhaltigkeit“ und „offener  Ideenaustausch“ zusammen, um sich über Möglichkeiten der Veränderung und Lösungsansätze zu den ausgewählten Themenbereichen auszutauschen.

Im Bereich „Nachhaltigkeit“ nahm Geschäftsführer Holger Wegmann zum Beispiel den Klimaschutz im Hinblick auf CO2-Neutralität der Gebäude im Kirchenkreis Düsseldorf bis 2035 mit Interessierten in den Blick. In den Themenbereichen Kommunikationen und Konfirmandenarbeit wurden Anregungen festgehalten, wie sich diese Arbeitsbereiche zukünftig aufstellen können.

Die Synode fällte mit großer Mehrheit den Beschluss, den Weg zu „einer Gemeinde“ weiterzugehen, wie sie es im Zielbild „Evangelisch in Düsseldorf 2035“ angelegt hatte. Es soll dabei schrittweise vorangegangen und über die ersten Pilotprojekte zu Kommunikation, Konfirmandenarbeit und Nachhaltigkeit greifbare Erfahrungen gesammelt werden. Diese Vorgehensweise lässt sich danach auf andere Gestaltungsfelder wie zum Beispiel Immobilien in den Gemeinden und im Kirchenkreis, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende und weitere Bereiche ausweiten.

2022-11-16T11:18:37+01:0014. November 2022|