Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf tagte am 13. und 14. Mai

Zielbild „evangelisch in Düsseldorf 2035“

Düsseldorf (evdus). Die Weiterentwicklung des Prozesses „zukunft kirche 2.0“ hat im Zentrum der diesjährigen Frühjahrssynode am 13. und 14. Mai gesatnden. Erstmalig haben sich die Synodalen am zweiten Tag der Kreissynode wieder präsentisch in der Aula des Theodor-Fliedner-Gymnasiums in Düsseldorf-Kaiserswerth getroffen.

Informationen und Ergebnisse der Frühjahrssynode:

Am erste Tag der Kreissynode stellte Jonas Einck aus dem Vorstand der Evangelischen Jugend Düsseldorf den Selbstcheck „Durch(b)klick Jugendpartizipation“ vor. Anhand von Fragebögen können Mitglieder von Gremien in Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und auf landeskirchlicher Ebene schnell und unkompliziert herausfinden, wie partizipativ und attraktiv ihr eigenes Gremium für junge Menschen ist. Die verschiedenen Fragebögen gibt im internen Bereich des EKiR-Portals.

Pfarrerin Simone Bakus und Pfarrer Peter Krogull stellten das Projekt „Students for Kids“ vor. Das Projekt in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Düsseldorf und der Evangelischen Studierendengemeinde bildet Ehrenamtliche aus, die jungen Patient:innen der Kinderklinik durch Besuche und Spiele den Klinikaufenthalt bereichern. In diesem kurzen Video stellen Studierende das Projekt vor.

Das Projekt wurde gefördert durch den bisherigen Innovationsfonds des Kirchenkreises. Unter dem Namen „Zukunftsfonds“ wird dieser nun weitergeführt und die Synode hat neue Förderrichtlinien beschlossen: Geförderte Projekte sollen auf den synodalen Entwicklungsprozess „Zukunft Kirche 2.0“ und auf Kooperation und Vernetzung im Quartier ausgerichtet sein, neue Möglichkeiten der digitalen Kommunikation eröffnen und zur Nachhaltigkeit beitragen.

Der zweite Synodentag wurde durch die Berichte der Düsseldorfer Kirchengemeinden eröffnet, die neben dem Jahresrückblick 2021 beschrieben, welche konkreten Schritte im Blick auf die Ergebnisse der Bürgergutachtens geplant und umgesetzt wurden. Die Synode bot außerdem Gelegenheit für Holger Wegmann, neuer Leiter der Verwaltung des Kirchenkreises, sich kurz vorzustellen. Am 1. August nimmt er seinen Dienst auf.

Zukunft Kirche 2.0

Für die Weiterarbeit am Prozess Zukunft Kirche 2.0, der Neuausrichtung kirchlichen Handelns im Kirchenkreis Düsseldorf, hat der Kreissynodalvorstand ein Zielbild als Arbeitsgrundlage formuliert. Superintendent Heinrich Fucks machte eingangs deutlich, dass – wie im Buch „Gemeinde geht weiter“ von Steffen Schramm und Lothar Hoffmann beschrieben – die Zeit flächendeckender Versorgung mit Kirchen und Gemeindehäusern vorüber sei: „Das Ziel muss sein, von den ‚kirchlichen Angeboten‘ zu einer ‚Kirche mit Menschen‘  zu kommen, also evangelisches Leben in der Stadt und im Quartier mit den Menschen aus den Gemeinden und ihren Nachbarschaften an verschiedenen Orten zu entwickeln.“

Gefordert sei Agilität statt funktionaler Versäulung, dazu die Vernetzung der Kirchengemeinden und das Hinterfragen des eigenen Handelns: „Angesichts sinkender Mitgliederzahlen werden wir nicht mehr alles überall durchführen können. Wie wirksam ist unser Auftrag? Setzen wir unsere Ressourcen so ein, dass wir qualitativ hochwertige und nachhaltige  Arbeit leisten?“, so Fucks.

Das Zielbild „evangelisch in Düsseldorf 2035“  enthält sechs konzeptionelle Aussagen, um eine Versäulung der klassischen kirchlichen Handlungsfelder aufzubrechen und so zu neuen Perspektiven zu gelangen: Für das evangelische Düsseldorf wird der Auftrag definiert, als eine Gemeinde Jesu Christi zu handeln und Vernetzung sowie Partizipation für Mitglieder und Stadtgesellschaft zu schaffen und interreligiös, interkulturell, ökumenisch und politisch zu agieren. Formuliert wurde außerdem, dass es eine ausreichende Anzahl an beruflich und ehrenamtliche Kräften gibt, die unter salutogenen Strukturen arbeiten können. Für kirchliche Prozesse gelten, dass Verantwortlichkeiten und Kommunikation klar geregelt sind und die Akteure von Handlungsfeldern und Verwaltung agil und miteinander vernetzt arbeiten. Immobilien der Evangelische Kirche in Düsseldorf sollen nachhaltig ökologisch entwickelt und nach jeweiligem Bedarf von Kirche, Diakonie (und Stadtgesellschaft) genutzt werden. Das letzte Kriterium Finanzen beschreibt die Voraussetzungen für Planungssicherheit und Reduktion von Risiken.

Wie kommt das Neue in die Welt?

Gast der Synode war die Diplompädagogin und Bildungsforscherin Karin Nell, die über viele Jahre Erfahrungen in der Quartiers-und Nachbarschaftsarbeit gesammelt hat. Sie warf mit den Synodalen einen Blick auf Transformations- und Innovationsprozesse anhand der „Theorie U“ von Organisationsentwickler Otto Scharmer. Hier lesen Sie mehr über den Impuls von Karin Nell.

2022-05-23T10:59:55+02:0016. Mai 2022|