Diakonie stellt Veranstaltungsreihe rund um die Familie vor

Düsseldorf (evdus). Sie haben Home Office und Home Schooling unter einen Hut gebracht, geschlossene Sporthallen und Schwimmbäder erduldet, die Großeltern kaum noch gesehen und Urlaube abgesagt, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit ertragen, Corona-Erkrankungen überstanden und Familienmitglieder aufgefangen, die wegen all dem nicht mehr konnten.  Die Corona-Krise hat viele Familien an den Rand der Belastbarkeit gebracht.

„Und jetzt kommen noch die Preissteigerungen dazu, die die Menschen in konkrete Existenzangst bringen“, sagt Pfarrer Michael Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Düsseldorf. „Wir wollen deshalb in diesem Herbst einmal die Familien in den Fokus rücken, mit allem, was sie belastet hat, aber auch mit der essenziellen Bedeutung, die sie für unsere Gesellschaft haben.“ „Alles Familie“ ist die Veranstaltungsreihe überschrieben, zu der die Diakonie einlädt.

„Familie ist weiterhin ein wichtiger Halt für viele Menschen, ein System, aus dem sie Kraft schöpfen“, sagt Jens Duisberg, Leiter der Evangelischen Beratungsstellen unter dem Dach der Diakonie Düsseldorf. „In den vergangenen Jahren sind aber viele Familien so unter Druck gekommen, dass sie dieser Aufgabe nicht mehr so nachkommen können.“ Duisberg berichtet unter anderem von einer deutlichen Zunahme an Anfragen nach Trennungs- und Scheidungsberatung in den evangelischen Beratungsstellen.  Die Diakonie Düsseldorf hatte schon im vergangenen Jahr berichtet, dass auch die Anfragen bei der Beratungsstelle für Familien mit Gewalterfahrung deutlich zugenommen hatten.

„Die finanziellen Probleme durch die hohen Energie- und Lebensmittelpreise setzen Familien zusätzlich unter Druck“, ergänzt Barbara Dully. Sie leitet das Ernst-Lange-Haus, das Stadtteilzentrum der Diakonie in Hassels-Nord. Ihre Mitarbeiterinnen und sie haben alle Hände voll mit Sozialberatung für Familien zu tun, sie helfen, Anträge auf Unterstützung zu stellen oder versuchen zu verhindern, dass Familien ihre Wohnung verlieren. „Die Familien brauchen Unterstützung, alleine schaffen sie es nicht“, sagt sie. Sie hoffe, dass diese Beratung langfristig ausreichend von der Stadt finanziert werde.

Die Auswirkungen der Krisen auf Familien zeigen sich auch im schulischen Bereich. „Schulvermeidung ist seit Corona ein deutlich größeres Thema geworden“, sagt Hilde Benninghoff-Giese, Geschäftsbereichsleiterin für den Bereich Jugendhilfe und Schule. „Es gibt schon Kinder an der Grundschule, die monatelang nicht zu Schule gehen. Da braucht es intensive Unterstützung für die ganze Familie.“

„Familien am Limit“ heißt auch die Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe, zu der die Diakonie für den 20. Oktober einlädt. Zu Gast sind dann unter anderem Jugendamtsleiter Stephan Glaremin und Eileen Woestmann, familienpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen  im Landtag NRW. Den Auftakt machen aber zwei Veranstaltungen am Sonntag, den 18. September – ein Gottesdienst zum Thema Familie um 10 Uhr in der Johanneskirche und das Stadtteilfest Kumm’eruss, zu dem die Diakonie gemeinsam mit Institutionen und Vereinen aus Hassels und Reisholz einlädt – ab 12 Uhr am Platz vor dem Ernst-Lange-Haus an der Fürstenberger Straße. „Dass wir miteinander feiern, gehört unbedingt dazu“, sagt Michael Schmidt. „In der anstrengenden Zeit braucht es zwischendurch ein bisschen Leichtigkeit und ganz viel Gemeinsamkeit.“

Das volle Programm der Veranstaltungsreihe ist unter www.diakonie-duesseldorf.de/allesfamilie zu finden.

2022-09-19T12:42:35+02:0020. August 2020|